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Aasta Autohaus
 

Auslandspraktikum in Estland

Mein Name ist Steffen Grimme und ich durfte vom 30.01.2017 bis zum 17.02.2017 ein Auslandspraktikum in Tartu, Estland, erleben.

Zurzeit bin ich hier bei Kuhn+Witte Auszubildender im 3. Lehrjahr und lerne den Beruf des Kraftfahrzeug-Mechatronikers – stehe also kurz vor meiner Gesellenprüfung.
Im Rahmen des Austauschprogrammes wurde mir daher auch in Estland ein Praktikumsplatz im Autohaus „Aasta Auto“ organisiert, welches ein Vertragspartner von Skoda ist. Ich hatte also Glück, denn auch Kuhn+Witte ist Vertragspartner der VW-AG und so war mir die firmeninterne Diagnosesoftware bereits bekannt und mir musste nichts neu erklärt werden.

Aasta Auto ist ein relativ großes Autohaus mit etwa 45 Mitarbeitern, von denen etwa 15 in der Werkstatt tätig sind. Die Werkstattmitarbeiter waren alle schon ausgelernte Mechaniker und ich der Einzige ohne Berufsabschluss. Dies war aber keine Besonderheit des Autohauses, sondern ist in Estland normal. Die Ausbildung dort verläuft nämlich nur schulisch und die Auszubildenden verbringen einmal im Jahr ein paar Wochen im Betrieb, in denen sie Praxiserfahrung sammeln können. Wobei dort – wie mir ein Mitarbeiter erzählte - die Auszubildenden in dieser Zeit ausschließlich dem Gesellen über die Schulter gucken und selber kaum „schrauben“ dürfen. Aufgrund dieser Tatsache war ich sehr an der schulischen Ausbildung in Estland interessiert, durfte aber leider am Unterricht nicht teilnehmen, da während meines Aufenthaltszeitraums gerade die Abschlussprüfungen stattfanden.

Auch die Arbeitsverteilung bei Aasta Auto verlief anders, als ich es gewohnt war.
Es gab keinen Werkstattleiter, der die anstehenden Arbeiten auf die Mechatroniker verteilte.  Dies wurde durch die Serviceberater übernommen, indem sie nach Annahme eines Auftrags diesen direkt einem Mechaniker in einem Werkstattplaner zuteilten.

Am ersten Arbeitstag habe ich eine Führung durch das Unternehmen bekommen und mir wurde „mein“ Geselle Toomas vorgestellt, bei dem ich während meines Aufenthaltes in Estland gearbeitet habe. Es wurde extra darauf geachtet, dass mein Geselle englisch spricht und er war einer der Wenigen, die es aus der Werkstatt taten.
Das Autohaus war in etwa 20 Minuten zu Fuß von meiner Unterkunft zu erreichen und lag damit optimal, dennoch war es an einigen Tage sehr kalt (bis zu -18 Grad), so dass mein Geselle mir anbot, mich jeden Morgen abzuholen und nach Feierabend wieder nach Hause zu fahren.
In der Mittagspause brauchten wir nur etwa 50 Meter laufen und waren in einer Gemeinschaftskantine angekommen, in der wir mit vielen anderen Mitarbeitern der umliegenden Firmen essen konnten.

Aasta Auto ist eine Vertragswerkstatt, in der dieselben Arbeiten wie bei Kuhn+Witte anfallen (Wartungsarbeiten, Austausch von Verschleißteilen, beheben von elektrischen und mechanischen Fehlern, Nachrüstarbeiten, usw.). Diese wurden jedoch deutlich stressfreier von den Estländern bearbeitet, da die Auftragslage deutlich geringer war, als ich es gewohnt bin.

Nach Feierabend bin ich meistens noch Einkaufen gefahren um mir anschließend auf meinem Zimmer noch ein warmes Abendessen zu kochen. Anschließend hätte ich noch in das zum Hotel gehörende Fitnesscenter oder in die Sporthalle gekonnt, doch ich hatte leider keine Sportschuhe dabei wodurch dies doch nicht möglich war. Ich fuhr also häufiger mal nach Feierabend mit dem Bus in die Stadt. Es waren zwei Haltestellen in näherer Umgebung und der Bus fuhr 10 Minuten bis in die Innenstadt.

Dies war also eine sehr schöne Alternative, denn Tartu ist auch bekannt als Studentenstadt. So gab es in  der Stadt sehr viele Café, Pubs und Restaurants. Tartu ist ungefähr vergleichbar mit der Altstadt in Lüneburg.

Auch zurück zur Unterkunft kam ich durch sehr gute Busverbindungen mit maximal 10 Minuten Wartezeit an der Haltestelle. Und günstig war dies auch noch. 17 Euro habe ich für eine Monatskarte bezahlt, mit der ich während meines kompletten Aufenthalt durch den Ort fahren konnte.

Um keinen Alltagstrott aufkommen zu lassen, wurden neben meinen eigens organisierten Ausflügen, einige zusätzliche Events organisiert.
So bekam ich beispielsweise am zweiten Tag nach meiner Ankunft eine ganz persönliche Stadtführung, welche ein Schüler der Tourismusbranche extra für mich vorbereitet hatte. Nun wusste ich direkt über den Ort Bescheid, hatte was über die Geschichte Tartus gelernt und einige Geheimtipps bekommen wo man abends mal ein Bierchen trinken gehen sollte.
Eine andere Unternehmung war ein Ausflug mit einer Schulklasse in die Hauptstadt Tallinn.
Auf diese Weise lernte ich nicht nur die Hauptstadt Estlands kennen, sondern auch einige Schüler mit denen ich dann auch meine Freizeit verbringen konnte.

Neben diesen Unternehmungen wurde ich von der Deutschlehrerin der Schule angesprochen, worauf hin ich an einem Nachmittag den Deutschkurs besuchen durfte, um den Schülern ein wenig Deutsch „beizubringen“.

Zusammenfassend war das Praktikum in Estland eine sehr schöne und sehr interessante Erfahrung für mich. Ich würde jedem empfehlen - sollte sich die Chance bieten - so eine Reise anzutreten und sich auf das „Abenteuer“ Auslandspraktikum einzulassen.

Die komplette Reise war von Anfang bis Ende sehr gut organisiert, wofür ich mich auch noch einmal ganz herzlich bei den Lehrern der Berufsschule Winsen und den Lehrern der Schule in Tartu bedanken möchte. Außerdem geht ein großer Dank an das Unternehmen Kuhn+Witte, die die Reise durch meine Freistellung für drei Wochen erst möglich gemacht haben.

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